Am 18. und 19. Juli 2026 durfte ich Modul 3 des Lehrgangs (mit-austria.at MIT GmbH - Institut für Erwachsenenbildung) zum Breathwork Trainer gestalten. Im Mittelpunkt dieses Ausbildungswochenendes stand der Weg vom eigenen Atemerleben hin zu einer achtsamen, verantwortungsvollen und professionellen Begleitung von Atemprozessen mit Focus auf Praxis und Sicheres Begleiten, Stimme, Klang & Ausdruck.
Es war mir eine große Freude, mit dieser besonderen Gruppe an dem Thema „Lebenskraft Atem“ zu arbeiten, das mein Herz erfüllt. Ich danke euch nochmals für das Vertrauen, das ihr mir in den individuellen Atemprozessen entgegengebracht habt, sowie für das lebendige und echte Interesse am Thema.
Vom eigenen Erleben zur professionellen Haltung
Der erste Ausbildungstag führte uns zunächst zum eigenen Atemerleben. Wir beschäftigten uns mit dem Atem als verbindender Kraft zwischen innen und außen, zwischen Körper und Seele sowie zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen. Dabei wurde spürbar: Atem ist weit mehr als eine rein körperliche Funktion. Er begleitet uns in jedem Augenblick und kann uns einen unmittelbaren Zugang zu unserem inneren Erleben eröffnen.
In einer Selbsterfahrung mit dem Verbundenen Atem konnten die Teilnehmer den Übergang vom Denken ins unmittelbare Erleben erfahren. Anschließend ging es darum, das Erlebte zu reflektieren und daraus Erkenntnisse für die zukünftige Rolle als Atembegleiter zu gewinnen. Auch die Verbindung von Körper, Selbstbild und Atem war ein wichtiger Schwerpunkt: Wo halte ich mich fest? Was halte ich zurück? Welche Kraft kostet mich dieses Festhalten?
Ergänzt wurde die intensive Atemerfahrung durch Übungen aus Breathe to Heal. Diese alltagstauglichen Atemsequenzen können dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und die eigenen Atemräume bewusster wahrzunehmen. Ein wertvolles Tool für Atemtrainer.
Begleiten statt machen
Ein zentraler Gedanke zog sich durch das gesamte Wochenende:
Ich begleite – ich repariere nicht.
Professionelle Atembegleitung bedeutet nicht, einen Prozess zu kontrollieren oder ein bestimmtes Ergebnis herbeizuführen. Vielmehr geht es darum, einen sicheren Raum zu schaffen, aufmerksam wahrzunehmen und dem individuellen Prozess zu vertrauen. Präsenz, Ruhe und Klarheit wirken dabei häufig stärker als viele Worte.
Wir beschäftigten uns deshalb ausführlich mit Sicherheit, Verantwortung und den Grenzen der eigenen Rolle. Unterschiedliche Settings benötigen unterschiedliche Rahmenbedingungen. Kontraindikationen müssen beachtet, Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten gewährleistet und Überforderung rechtzeitig erkannt werden. Sicherheit entsteht nicht nur durch äußere Strukturen, sondern auch durch Stimme, Kontakt, Abstand, Tempo, Stille und die innere Ruhe des Begleiters.
Authentizität bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, eine perfekte Trainerrolle zu spielen. Sie zeigt sich in der Übereinstimmung von innerem Erleben, Körperausdruck und Sprache. Wir begleiten nicht durch Technik allein, sondern durch unsere gelebte Präsenz.
Stimme, Musik und Raum halten
Am zweiten Tag rückte die praktische Anleitung von Atemprozessen in den Mittelpunkt. Wir erforschten, wie Stimme, Sprache, Klang und Stille auf Menschen wirken. Eine ruhige, klare und einladende Sprache kann Orientierung und Sicherheit vermitteln. Bewusste Pausen geben Raum, während zu viele Worte den eigenen Prozess der Atemenden auch unterbrechen können.
Auch Musik und Soundscapes sind wesentliche Bestandteile einer Atemsitzung. Ein achtsam gestalteter Musikbogen kann die unterschiedlichen Phasen unterstützen: vom Ankommen über die Vertiefung und den emotionalen Ausdruck bis hin zur Erntephase, Integration und Rückkehr. Dabei geht es nicht darum, Erfahrungen zu erzeugen, sondern einen stimmigen Rahmen für das zu schaffen, was sich zeigen möchte.
In Kleingruppen sammelten die Teilnehmer erste eigene Anleitungserfahrungen. Sie wählten Musik aus, gaben klare Atemimpulse, setzten Stimme und Pausen bewusst ein und übten, den Raum zu halten, ohne das Erleben anderer zu interpretieren. Anschließend wurde das Erlebte in Form eines wertschätzenden und konkreten Entwicklungsfeedbacks reflektiert.
Mit vollem Herzen dabei
Die Teilnehmer waren an beiden Tagen mit vollem Herzen dabei. Während des gesamten Wochenendes herrschte eine großartige, von Offenheit, Aufmerksamkeit und echtem Interesse getragene Stimmung. Es wurde gefragt, ausprobiert, erfahren, reflektiert, gelacht und auch still nachgespürt.
Besonders berührt haben mich auch die Einzelselbsterfahrungen am Freitag vor und am Montag nach dem Ausbildungsmodul. Diese Atemprozesse waren sehr persönlich und bewegend und haben noch einmal sichtbar gemacht, wie individuell der Atem wirken und welche unterschiedlichen inneren Räume er öffnen kann.
Ich danke Teilnehmern und Teilnehmerinnen für ihr Vertrauen, die Bereitschaft, voll auf das eigene Erleben einzulassen, und für den Mut, erste Schritte in der Rolle als Atembegleiter zu gehen.
Danke auch an MIT GmbH, Désirée und Thomas, für die super Rahmenbedingungen und Organisation des Lehrgangs.
Professionelle Begleitung wächst durch Erfahrung, achtsame Praxis, Reflexion, Feedback und die Bereitschaft, selbst immer wieder Lernender zu bleiben. Genau das war an diesem Wochenende auf eine
sehr lebendige Weise erfahrbar.










